Unsere Psychologie

Körperliche Erkrankungen können auch in psychischer Hinsicht belasten, wie auch Konflikte, anhaltender Stress und das Gefühl der Überforderung. Im Hause arbeiten Diplom-Psychologen und psychologische Psychotherapeuten. Der „Psychologische Dienst“ bietet Einzelgespräche, Schulungen und Gesprächsgruppen an. Das Aufgabengebiet umfasst  Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und bei der Aufarbeitung und Überwindung familiärer und arbeitsbezogener Konflikte.

Daneben geht es in Schulungen und Vorträgen um Wissensvermittlung, um Motivierung  und die Anregung zur Änderung von Einstellungen und Verhaltensweisen und insgesamt um die aktive Mitgestaltung im Genesungsprozess. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung gesundheitlichen Verhaltens über die  Änderung des Lebensstils und den Aufbau konkreter Fähigkeiten und Techniken. Dazu gehören neben dem Erlernen des „Entspannungsverfahrens PMR“, Vorträge und Schulungen zu den Themen „Stressbewältigung“, „Umgang mit Schlafstörungen“ und der Bedeutung von „Schutzfaktoren“ für die Gesundheit. Daneben wird von psychologischer Seite angeboten: ein Schulungsprogramm zur Schmerzbewältigung („Curriculum psychologische Schmerzbewältigung“), Anregungen zur Steigerung des Wohlbefindens („Schule des Genießens“) und des Abbaus von Übergewicht („Curriculum Übergewicht“).

 

1. Entspannungstherapie PMR (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson)

Die „Muskelentspannung nach Jacobson“ ist ein Verfahren zur Entspannung des Menschen sowohl in körperlicher, wie auch in seelischer Hinsicht. Über den Weg der Anspannung einzelner Muskelgruppen wird durch die dadurch resultierende Ermüdung und das nachfolgende gezielte Entspannen dieser Muskeln eine Entspannung in ganzheitlicher Hinsicht (Körper und Seele) erzielt. Der Einsatz von Entspannungsverfahren ist sinnvoll bei somatischen Beschwerden, wie chronische Verspannungen und Schmerzzustände, Herz-Kreislauferkrankungen, nervös bedingten Magen-Darmbeschwerden und Inkontinenz, wie auch bei Belastungen, die sich in psychischer Hinsicht manifestieren. Dazu zählen innere Unruhe und Ängste, Nervosität, Anspannung und Schlafstörungen. Weiterhin hilft die Entspannungstherapie dabei, die Körperwahrnehmung zu verbessern, insgesamt gelassener zu werden, das Immunsystem zu aktivieren und ein seelisches Gleichgewicht und mehr Lebenszufriedenheit zu erzielen.

2. Curriculum Stress und Stressbewältigung

Es werden Informationen über die Entstehung von Stress und Strategien der Stressbewältigung vermittelt. Zusammenhänge zwischen Stressbelastung und somatischen Beschwerden werden verdeutlicht und die Mechanismen der Entstehung von Stressreaktionen im Körper, sowie die Auswirkungen von Stressoren auf den verschiedenen Ebenen werden dargestellt. Es geht weiterhin um die Warnsignale von Stress bei anhaltenden Überlastungssituationen und die positive Wirkung von Entspannungstherapie, sportlicher Betätigung und Bewegung, sozialen Kontakten, Genuss und Steigerung des Wohlbefindens im Allgemeinen in diesem Zusammenhang.

3. Curriculum Schlaf

Neben der Wissensvermittlung über den normalen Schlaf werden Ursachen von Schlafstörungen und die Gefahren des Einsatzes schlaffördernder Substanzen benannt. Es werden psychologische Schlafhilfen erläutert und förderliche Umgebungsbedingungen beschrieben.

4. Curriculum psychologische Schmerzbewältigung

Ein psychologisches Schulungsprogramm für Patienten mit chronifiziertem Schmerzsyndrom zur Förderung einer besseren Schmerzbewältigung bietet Informationen über den Einfluss psychischer Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzzuständen. Das in der psychologischen Literatur bekannte „biopsychosoziale Störungsmodell“ geht nämlich davon aus, dass zwar biologische Faktoren am Anfang einer Schmerzentwicklung stehen, jedoch bei der Aufrechterhaltung bzw. Chronifizierung von Schmerzen psychologische Faktoren an Bedeutung gewinnen (Dauerbelastung/Stress, Aufmerksamkeitsfocussierung auf körperliche Prozesse, dysfunktionale Gedanken, Ängstlichkeit und Depressivität).

5. Curriculum Übergewicht

Das Thema “Übergewicht“ wird aus verhaltenspsychologischer Perspektive betrachtet. Über die Vermittlung von Wissen und eine angemessene Motivierung soll eine vom Rehabilitanten angestrebte Gewichtsreduktion unterstützt werden. „Das Prinzip der kleinen Schritte“ und eine realistische Zielsetzung sollen dabei helfen.

6. Schutzfaktoren

Als Gegensatz zum bekannten „Risikofaktorenmodel“ wird die Idee der „Salutogenese“ von Aaron Antonovski vorgestellt. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Einstellungen und Verhaltensweisen einen gesundheitsförderlichen Wert haben und als Schutzfaktoren gegen Krankheiten dienen können. Die neue gesundheitsorientierte Sichtweise über den Erhalt der Gesundheit „Was hält Menschen gesund?“ wird der krankheitsorientierten Perspektive der Frage „Was macht Menschen krank?“ gegenüber gestellt. Im Einzelnen werden die bekannten Schutzfaktoren vorgestellt und erläutert.

7. Gesprächsgruppen für Patienten mit urologischen Tumoren und anderen urologischen Erkrankungen

Die Gesprächsgruppen dienen über den Austausch mit Anderen der Krankheitsbewältigung und emotionalen Entlastung der Patienten. Neben dem Ansprechen typischer operationsbedingter und krankheitsbedingter Beschwerden und Beeinträchtigungen werden durch vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik und unter Anleitung eines Diplom-Psychologen Möglichkeiten der Bewältigung und des Umgangs mit der Krankheitssituation besprochen.

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