Entlass-Management in der Psychosomatik in den Kliniken Hartenstein

Sehr geehrte/-r Rehabilitand/-in,

Ziele des Entlass-Managements in der Psychosomatik sind medizinische Informationen zwischen Reha-Klinik und Ihrem ambulant behandelnden Arzt weiterzugeben. Hierfür erhalten alle Rehabilitanden bei Entlassung aus unserem Hause einen Kurzarztbrief, welcher die relevanten Informationen zusammenfasst. Diesen Kurzarztbrief händigen wir Ihnen am Entlasstag aus.

Wesentliche Informationen sind die vorläufigen Rehabilitationsdiagnosen, Besonderheiten des Entlassbefundes sowie Therapieempfehlungen hinsichtlich ambulanter Weiterbehandlung sowie medikamentöser Therapie. Auch die Entlassungsform, also die Information, ob Arbeitsfähigkeit oder Arbeitsunfähigkeit besteht, wird hier dem ambulant behandelnden Arzt übermittelt. Dieser stellt das Dokument bei Arbeitsunfähigkeit aus. Weitere ausführlichere Informationen über Ihren stationären oder teilstationären Rehabilitationsverlauf mit sozialmedizinischen, sowohl psychotherapeutischen als auch medizinischen Aspekten und die endgültigen Rehabilitationsdiagnosen übermitteln wir im ausführlichen Reha-Entlassungsbericht.

Rehabilitanden, die zu Lasten der Krankenkasse in unserem Haus waren, erhalten einen ähnlich aufgebauten Brief, der sich aber auf die psychotherapeutisch/medizinischen Sachverhalte konzentriert. Üblicherweise wird dieser Bericht an die ambulant behandelnden Ärzte versandt, wofür Sie ihr Einverständnis geben.

Bei Rehabilitanden, die zu Lasten der Deutschen Rentenversicherung bei uns waren, erhält die Deutsche Rentenversicherung ein Exemplar des Berichtes, die Berichtserfassung erfolgt nach den Richtlinien der DRV, das heißt die medizinischen Informationen werden hier durch sozialmedizinische Sachverhalte ergänzt. Diese beschreiben auch Ihre Perspektiven nach der Zeit in der Reha. Sie werden im Rahmen der Facharztvisite und des Therapiebilanz-Gesprächs vor Abreise mit Ihnen gemeinsam besprochen.

Weiterhin erfolgt die Abschlussvisite bei Ihrem behandelnden Arzt eine Woche vor Abreise.

Die Verordnung von Medikamenten erfolgt nach der Reha zu Lasten der Krankenkasse. Damit Ihr Hausarzt beziehungsweise behandelnder Facharzt vor Ort die Medikation nahtlos weiterführen kann, teilen wir bereits im Kurzarztbrief die entsprechenden Informationen und Therapieempfehlungen mit.

Sollte Ihre Versorgungssituation häuslich gefährdet sein, aktivieren wir während des Reha-Aufenthaltes unseren Sozialdienst. Im gemeinsamen Gespräch wird geklärt, inwieweit Sie nach der Reha unterstützende Maßnahmen wie ein betreutes Wohnen oder Pflegesachleistungen benötigen.

Neben dem geschilderten Entlassbericht wird jedem Rehabilitanden eine Entlassmitteilung ausgehändigt. Hier wird bei Menschen im erwerbsfähigem Alter die Entlassart mitgeteilt, das heißt in wie weit Sie unsere Einrichtung arbeitsfähig oder arbeitsunfähig verlassen. Die Entlassmitteilung enthält darüber hinaus Ihre Aufenthaltsdaten in unserer Reha-Einrichtung. Sie kann gegebenenfalls als Aufenthaltsbescheinigung von Ihnen verwendet werden.

Bei Rehabilitanden, welche im Arbeitsverhältnis stehen und uns arbeitsunfähig verlassen, sind wir verpflichtet gemeinsam mit Ihnen zu dokumentieren, ob eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll ist beziehungsweise in welchem Zeitfenster. Dieses Dokument (Checkliste) verbleibt bei uns und wird am Tag der Entlassung der Deutschen Rentenversicherung und der Krankenkasse zugesandt.

Während des Reha-Verlaufes beraten wir Sie gerne in Richtung nachgehender Leistungen. Für manche Rehabilitanden kommt eine ambulante Reha-Nachsorge zur Lasten der DRV in Frage (zum Beispiel IRENA). Hierbei gleichen wir mit Ihnen ab, inwieweit an Ihrem Heimatort in einer Fahrreichweite von ca. 30 Minuten eine entsprechende Einrichtung vorhanden ist. Dazu ist Ihr Eigenanteil zur Motivation und Veränderungswillen gefragt. Dementsprechend finden Sie in der Reha-Nachsorge Gruppenangebote, wie sie diese in der Reha kennengelernt haben.

Sollte im Falle längerer Arbeitsunfähigkeit eine stufenweise Wiedereingliederung binnen der ersten vier Wochen nach Reha möglich sein, wird unser Sozialdienst gemeinsam mit Ihnen Kontakt beim Arbeitgeber aufnehmen um den schrittweisen Wiedereinstieg in Ihren Beruf zu ermöglichen. Diese Form der Wiedereingliederung fällt in die Zuständigkeit der DRV.

Ab der fünften Woche nach Reha-Aufenthalt fällt die Zuständigkeit in den Bereich der Krankenversicherung. Der Stufenplan des schrittweisen Wiederrückkehrens an den Arbeitsplatz wird dann über die ambulant tätigen Kollegen gesteuert. Während der Wiedereingliederung sind sie formal arbeitsunfähig. Ihre Lohnersatzleistungen erhalten Sie je nach Zuständigkeit und Dauer der vorherigen Arbeitsunfähigkeit von der DRV beziehungsweise von der Krankenkasse.

Bei Reha-Verfahren über die Deutsche Rentenversicherung erfolgt als Ergebnis des Reha-Aufenthaltes eine sozialmedizinische Leistungsbeurteilung. Hier treffen wir einen Abgleich zwischen Ihren Funktionseinschränkungen und Befähigungen gegenüber Ihrem persönlichen Leistungsprofil in Ihrer beruflichen Tätigkeit. Diese Beurteilung treffen wir in erster Linie aus psychosomatischer Sicht, gegebenenfalls durch Hinzuziehen fachärztlicher Expertise von Seiten des neuro-psychiatrischen, orthopädischen und urologischen Fachgebietes.

Kann Ihre bisherige Tätigkeit wieder aufgenommen werden, ergeben sich für Sie keine unmittelbaren Konsequenzen. Stellen wir fest, dass die bisherige Tätigkeit nicht mehr oder nur in Teilen zuzumuten ist, beraten wir Sie bereits während des Reha-Aufenthaltes fachärztlich wie sozialdienstlich über Alternativen und Unterstützungsmöglichkeiten (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, LTA), zum Beispiel auch eine Reha-Fachberatung der DRV.

Selbstverständlich beraten unsere Fachärzte wie Sozialdienstmitarbeiter auch bei besonderen Problemlagen, wie zum Beispiel Nachteilsausgleiche über die Versorgungsämter oder Regelungen der Nahtlosigkeit im Sozialsystem.

Gerne besprechen wir mit Ihnen Ihre persönliche Situation im Rahmen des Reha-Aufenthaltes.

Mit freundlichen Grüßen

H. Wefing
Chefärztin Psychosomatik
Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie